DIE NATURBADEGEWÄSSER UND IHRE WASSERQUALITÄT

 

Im Rhein-Pfalz-Kreis sowie auf dem Gebiet der Städte Frankenthal, Ludwigshafen und Speyer gibt es insgesamt 35 natürliche Gewässer, in denen das Baden offiziell gestattet ist. Deren hygienische Wasserqualität wird vom Gesundheitsamt der Kreisverwaltung regelmäßig kontrolliert. Eine Übersicht mit allen rheinland-pfälzischen Badegewässern und deren aktuellen Untersuchungsergebnissen finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz.

 

Die Einhaltung der Qualitätsziele der Badegewässerqualitätsverordnung wird durch Bestimmung von sog. Indikatormikroorganismen geprüft.

Leitwerte -G-(guide value) sind im Sinne eines Frühwarnsystems zu verstehen. Gefahren für die menschliche Gesundheit sind in der Regel noch nicht zu erwarten. Bei Überschreitungen wird engmaschiger überwacht und eventuell ermittelte Ursachen werden beseitigt.

Grenzwerte - I - (imperative value). Bei Grenzwertüberschreitungen ist eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit nicht mehr auszuschließen. Hier wird in der Regel ein Badeverbot erforderlich bis sich die Werte wieder normalisiert haben.

 
 

1. Mikrobiologische Parameter:

 
  - G - - I -
gesamtcoliforme Bakterien in 100 ml 500 10.000
fäkalcoliforme Bakterien in 100 ml 100 2.000
Streptococcus faec. auf 100 ml 100 -----
Salmonellen auf 1 L ----- 0
Darmviren PFU auf 10 L ---- 0

 
 
 

2. Nach der Badegewässerqualitätsverordnung gilt:

 

Die Gewässerqualität wird als gut (grüne Kennzeichnung) eingestuft, wenn bei gesamt- und fäkalcoliformen Bakterien bei mindestens 80 % und bei anderen derzeit relevanten Parametern (pH-Wert, Änderung der Färbung und Schaumbildung) bei mindestens 90 % der Proben die Leitwerte eingehalten werden.

Die Gewässerqualität wird als akzeptabel (gelbe Kennzeichnung) eingestuft, wenn bei mindestens 95 % der Proben die Grenzwerte für die vorgenannten Parameter eingehalten werden.

Die Gewässerqualität wird als unzureichend (rote Kennzeichnung) eingestuft, wenn 5 % der Proben den Grenzwert überschreiten.Die Ergebnisse des Vorjahres sind Grundlage der Einstufung für das folgende Jahr.

Die aktuelle Einstufung sowie weitere Informationen zu allen rheinland-pfälzischen Badegewässern finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz.

 
 

UNANGENEHM; ABER HARMLOS: ZERKARIEN

 
Der Zerkarien-Kreislauf

Unabhängig von der mikrobiologisch einwandfreien Badewasserqualität kann das Vergnügen am erfrischenden Bad durch die "Bade- oder Zerkariendermatitis" beeinträchtigt werden. Auch in unserer Region ist immer mal wieder das eine oder andere Badegewässer betroffen.

Die Zerkarien, Verursacher der Badedermatitis, sind Larven eines Saugwurmes die normalerweise Wasservögel, besonders Enten, befallen. Sie treten gehäuft Ende Juli bis Anfang August auf, da dann für sie im warmen Flachwasser günstige Vermehrungsbedingungen herrschen. Die geschlechtsreifen Saugwürmer halten sich im Darm von Wasservögeln (besonders Enten) auf, mit deren Kot ihre Eier ins Wasser gelangen. Sie werden von Wasserschnecken (Zwischenwirt) aufgenommen und entwickeln sich dort zu Zerkarien. Im warmen Flachwasser werden diese Larven dann freigesetzt und schwärmen aus, auf der Suche nach Wasservögeln.

Geraten die Zerkarien in die Nähe badender Personen, so können sie sich sozusagen irrtümlich in deren Haut bohren . Die Zerkarien können aber, anders als bei Wasservögeln, nicht in den menschlichen Organismus eindringen. Sie verbleiben in der Haut und sterben hier durch die Abwehrreaktion des Körpers ab. Dabei entwickelt sich eine stark juckende Rötung und es entstehen Papeln.

Besonders viele Zerkarien treten im Flachwasser auf, wenn auf einige kühlere und trübere Tage ein Schönwettertag folgt, da diese dann synchron von den Schnecken ausgestoßen werden. Sie können in der Regel nur drei Tage im Wasser überleben. Besonders zu Beginn einer Schönwetterperiode sollte man besonders aufmerksam sein, und bei ersten Anzeichen, dass das Gewässer betroffen ist, auf das Badevergnügen lieber verzichten.

Es handelt sich um eine sehr unangenehme aber harmlose und folgenlos, ausheilende Hauterkrankung. Eine spezifische Therapie ist nicht erforderlich, den Juckreiz kann man medikamentös lindern. Wenn dem Gesundheitsamt ein Zerkarienbefall eines Gewässers gemeldet wird, so wird dies umgehend bekannt gemacht.

Bei solchen Gewässern kann es helfen Flachwasserzonen zu meiden und die oben genannten Hinweise zur Temperatur und Witterungsabhängigkeit zu beachten. Die nasse Badekleidung sollte nach Verlassen des Wassers sofort abgelegt werden. Wenn möglich sollte man gleich duschen und den ganzen Körper kräftig mit dem Badetuch abreiben.

Wasservögel sollten nicht durch Fütterung an die Badeplätze gelockt werden, damit der beschriebene Kreislauf unterbrochen und die Badedermatitis evtl. vermieden werden kann.