Naturschutzgebiet Böhler Bruch – Kandelwiese
Lage und Unterschutzstellung:
Das Gebiet liegt südöstlich von Böhl-lggelheim, ist etwa 35 Hektar groß (Kandelwiese ca. 11 Hektar, Böhler Bruch ca. 24 Hektar) und wurde mit Verordnung vom 8. Dezember 1981 unter Schutz gestellt.
Gebietsbeschreibung:
Zweck der Unterschutzstellung ist die Erhaltung der wechselfeuchten Mähwiesen sowie des naturnahen Eichen-Hainbuchenwaldes. Dieser Waldtyp würde sich neben dem Erlenbusch in direkter Bachnähe entwickeln, wenn der Mensch nicht eingreifen würde. So aber wurden durch Rodungen die Wälder zurückgedrängt und die freigewordenen Flächen als Wiesen genutzt. Diese vom Menschen geschaffene Umwelt bietet nun einer Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tieren einen idealen Lebensraum, der aber nur zu erhalten ist, wenn eine Wiederbewaldung verhindert wird.
Auf der Wiese wurden u.a. Lungenenzian und ca. 70 Exemplare einer Orchideenart festgestellt. Durch eine Umpflügeaktion wurde die Wiese jedoch so stark geschädigt, dass nur noch drei blühende Exemplare dieser seltenen Pflanze übrig blieben. Im 1992 überarbeiteten Pflegeplan konnte eine Erholung der Bestände registriert werden. Allerdings breitet sich auf einem großen Teil das Landreitgras flächenhaft aus und bildet schon größere Herden. Über geeignete Maßnahmen gegen das weitere Vordringen sollen Untersuchungen im Böhler Bruch Aufschluss geben.
Floristische und faunistische Bedeutung in Beispielen:
Braunfleckiger Perlmutterfalter
dunkler Wiesenknopf-Ameisenblaeuling
dunkler Wiesenknopf-Ameisenblaeuling
Erdhummel auf Heilziest
Kaisermantel auf Wasserdost
Kleiner Perlmutterfalter
Schornsteinfeger auf Sumpfscharfgarbe
Zitonerfalter auf Prachtnelke


