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/ Notwendigkeit des Artenschutzes

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Leistungsbeschreibung

Bedeutung für die Ernährung, Tier- und Pflanzenzucht
Die große Vielfalt der Arten ist auch für die Menschen von großer Bedeutung. So sind beispielsweise an der Blütenbestäubung unserer Kulturpflanzen mehr als hundert Insektenarten beteiligt, wobei 90 Prozent aller Blütenpflanzen generell auf Insektenbestäubung angewiesen sind.
Auch für die Zucht von Nutzpflanzen und Haustieren ist die Erhaltung einer möglichst großen Artenvielfalt notwendig. Jede einzelne Art besitzt nämlich ihre eigenen Verhaltenseigenschaften und spezielle Methoden zum Überleben in verschiedensten Lebensräumen. Dieses in Genen (Träger des Erbgutes) gespeicherte Potential bestimmt bei allen Lebewesen - also auch bei Züchtungen - ihre erblichen Eigenschaften. Das Erbgut ist jedoch ständigen Änderungen z. B. durch Mutationen unterworfen. Deshalb müssen immer wieder Gene aus Wild- und Urarten in unsere Haustierrassen und Kulturpflanzen eingekreuzt werden, um deren Vitalität zu erhalten und um Degenerationserscheinungen zu verhindern.
Auch in der Pflanzenzucht greifen die Züchter zunehmend auf Wildarten zurück, bei denen sich zur Verblüffung der Wissenschaftler immer häufiger herausstellt, wie widerstandsfähig diese Arten gegen verschiedenste Schädlinge sind, so dass weniger giftige Pflanzenbehandlungsmittel eingesetzt werden können.

Bedeutendes Genreservoir
Wenn Tiere und Pflanzen aussterben, sind damit auch ihre genetischen Eigenschaften unwiederbringlich verloren. Sie verschwinden - kaum erforscht - in einer Zeit in der ihr möglicher Nutzen gerade erst erahnt wird! Wir müssen deshalb dafür sorgen, dass keine noch so unscheinbare Art ausstirbt.

Stabilisierung des Raumschiff Erde
Global gesehen ist die Artenvielfalt für die Stabilität des Ökosystems Erde unerlässlich, vor allem was das Klima, den Wasserhaushalt, Bodenstruktur und die Luft betrifft. Da die Artenvielfalt jedoch mit zunehmender Belastung abnimmt, werden auch die Systeme immer instabiler.

Bedeutung für das Wohlbefinden
Die Ausrottung von Tieren und Pflanzen lässt die Menschen seelisch verarmen. Der Mensch braucht die Natur auch für sein seelischen Wohlbefinden. Sein Bedürfnis nach Blumengärten, Naturparks, Streichelzoos und Haustieren ist ein gutes Beispiel dafür. Durch das Erleben der Artenvielfalt in der freien Natur erfährt der Mensch eine psychisch wichtige Art der Bedürfnisbefriedigung, denn der Erholungswert einer Landschaft steigt mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen als auch durch die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.
Allein in der Wildnis erdet sich der Mensch, und die Wirklichkeit wird wieder fassbar. Dadurch gewinnt er in einer Welt ohne feste Werte neue Sicherheit?, sagt der Augsburger Psychoanalytiker Rolf Haubl.
... natur & kosmos: Hat die Natur heilende Wirkung auf die Psyche?
Rolf Haubl: Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Menschen, die von ihrem Krankenhausfenster aus in die Natur blicken, Wunden schneller heilen. Man hat auch herausgefunden, das Betrachten von natürlichen Landschaftsbildern eine beruhigende Wirkung hat, auch auf der psychologischen Ebene. Die verbreitete Meinung, dass Natur heilend wirkt, wird von diesen empirischen Untersuchungen bestätigt. Naturerfahrungen scheinen unsere rechte Gehirnhälfte zu stärken, während unser Kultur besonders die rationale, sprachliche, logische linke Gehirnhälfte betont. Heilung kann auch darin liegen, die affektnahen, emotionalen, bildlichen und ganzheitlichen Leistungen der linken Hemisphäre durch Erfahrungen in der Natur zu stärken. Das ist aber kein Entweder-Oder. Wir verlieren ja nicht unser Denken in der Natur. Das Ziel muss immer die Integration von beiden Seiten sein.
(Aus natur & kosmos 8/2001)

Verantwortung für die Schöpfung
Durch unsere heutigen technischen Fähigkeiten kommt der gesellschaftlichen Verantwortung, Pflanzen und Tiere als Mitgeschöpfe vor der Ausrottung zu bewahren, eine besondere Rolle zu. Nur wenn wir Ehrfurcht vor dem Leben haben und das Lebensrecht aller Organismen anerkennen, ist wirksamer Natur- und Artenschutz langfristig möglich.
Wenn Tiere und Pflanzen aussterben, sind damit auch ihre genetischen Eigenschaften unwiederbringlich verloren. Sie verschwinden - kaum erforscht - in einer Zeit in der ihr möglicher Nutzen gerade erst erahnt wird! Wir müssen deshalb dafür sorgen, dass keine noch so unscheinbare Art ausstirbt.