Dienstleistungen

/ Wie funktioniert der registergestützte Zensus?

Zuständige Mitarbeiter

Leistungsbeschreibung

Um die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger so
gering wie möglich zu halten, wird in Deutschland
ein registergestütztes Zensusmodell angewendet,
das in vier Schritten zu belastbaren Ergebnissen
führt. Im Gegensatz zu Dänemark, Finnland, Schweden
und Island, die solche Verfahren schon seit fast
zwei Jahrzehnten einsetzen, existieren in Deutschland
keine Register, aus denen anhand einer einheitlichen
Identifikationsnummer personenbezogene
Informationen zusammengeführt werden könnten.


Daher haben die statistischen Ämter des Bundes und
der Länder ein Erhebungs- und Auswertungskonzept
entwickelt, auf dessen Grundlage die zum Teil dezentral
und unverknüpft in Verwaltungsregistern
vorhandenen Informationen (Schritt 1) effektiv genutzt
werden können. Im Wesentlichen werden die
Melderegister der Kommunen, die Register der
Bundesagentur für Arbeit sowie die Register der
Beschäftigten im öffentlichen Dienst genutzt.
Bereits im Vorfeld der Erhebungen werden diese
Register auch für den Aufbau eines flächendeckenden
Anschriften- und Gebäuderegisters verwendet.

Die hierin zusammengeführten Daten
dienen im Zensusverlauf als Auswahlgrundlage
für die Haushaltsstichprobe, zur Steuerung
und Ablaufkontrolle der Gebäude- und Wohnungszählung
sowie aller weiteren Zensuserhebungen
bei Bürgerinnen und Bürgern.


Die Stichprobenerhebung in Privathaushalten
(Schritt 2) findet ab dem Stichtag 9. Mai 2011
statt. Speziell geschulte Interviewerinnen und
Interviewer befragen nach Voranmeldung rund
13% der rheinland-pfälzischen Bevölkerung, um
zusätzlich Informationen zu gewinnen, die nicht
aus den Verwaltungsregistern bezogen werden
können und zu denen es keine belastbaren,
Regionaldaten gibt.

Die Befragung dient außerdem der Qualitätssicherung
der aus den Registern gewonnenen Daten. Bei der Stichprobe
geht es unter anderem um die Erhebung von Alter, Familienstand,
Staatsangehörigkeit, Religionsgesellschaft oder zur
Glaubensrichtung (letztere Frage ist freiwillig). Fragen zur
Zuwanderung sollen einen ggf. vorhandenen Migrationshintergrund
abbilden. Zudem werden Angaben zum Schulbesuch,
zum Bildungs- und Ausbildungsabschluss und zur
Berufstätigkeit erhoben.


Ferner erfolgen Befragungen an rund 2 000 sogenannte
Sonderanschriften, also beispielsweise in Studentenwohnheimen,
in Alten- und Pflegeheimen oder Justizvollzugsanstalten.
Eine gesonderte Erhebung der dort lebenden
Personen ist für die Ermittlung qualitativ hochwertiger
amtlicher Einwohnerzahlen unerlässlich. Die Melderegister
weisen für diese Einrichtungen erfahrungsgemäß viele
Über- und Untererfassungen der dort lebenden Menschen
auf.


Da es kein zentrales Gebäude- und Wohnungsregister gibt,
werden ebenfalls zum Stichtag 9. Mai 2011, alle Eigentümerinnen
und Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen
befragt. Diese Gebäude- und Wohnungszählung
(Schritt 3) findet per Post oder via Internet statt. Erhoben
werden unter anderem die Anschrift, die Art des Gebäudes,
die Zahl der Wohnungen, deren Ausstattung und Fläche,
die Eigentumsverhältnisse sowie das Baujahr.
Die aus den Registern und Befragungen gewonnenen Daten
werden abschließend im Rahmen der so genannten
Haushaltegenerierung (Schritt 4) zu zensustypischen
Datensätzen zusammengeführt. Diese anonymisierten
Personen-, Haushalts-, Erwerbstätigkeits-, Wohnungs- und
Gebäudedaten werden sodann in einer Auswertungsdatenbank
gespeichert.

Bereits 18 Monate nach dem Zensusstichtag sollen die
amtlichen Einwohnerzahlen von Bund, Ländern und Gemeindensowie
erste Ergebnisse aus der Haushaltsstichprobe
und der Gebäude- und Wohnungszählung
veröffentlicht werden. Endgültige und detaillierte Ergebnisse
folgen einige Monate später.