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/ Einbürgerung nach 6, 7, 8 Jahren oder längerem Aufenthalt in Deutschland (Stand: September 2015)

Zuständige Mitarbeiter

Herr Mario Mamon

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Gebäude: Kreishaus
Room Nr.: B 43
Europaplatz 5
67063 Ludwigshafen am Rhein Adresse in Google Maps anzeigen
Details

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Leistungsbeschreibung

Was bringt mir die deutsche Staatsangehörigkeit?
Wie jeder andere Staat, gewährt die Bundesrepublik Deutschland ihren Staatsangehörigen viele Rechte, die Ausländerinnen oder Ausländer nicht zustehen. Erst mit Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten Sie diese Rechte und können diese auch nutzen.

Als deutsche Staatsangehörige/ deutscher Staatsangehöriger haben Sie unter anderem

  • das uneingeschränkte Recht auf Freizügigkeit innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union; also die freie Wahl des Aufenthaltes und des Wohnsitzes,
  • das Recht der freien Berufswahl (z.B. Beamter), ein freies Niederlassungsrecht (z.B. Ärzte) und das Recht der Gewerbefreiheit, das grundsätzliche zur Eröffnung eines Geschäftes berechtigt,
  • Schutz vor Ausweisung und Auslieferung an einen anderen Staat,
  • die visafreie Reisemöglichkeit in viele Länder, auch außerhalb von Europa,
  • Schutz durch die Bundesrepublik bei Auslandsaufenthalten und
  • das Recht zu wählen und gewählt zu werden (aktives und passives Wahlrecht).


Wie stelle ich einen Antrag auf Einbürgerung?
Die Einbürgerung erfolgt nie automatisch, sondern persönlich auf schriftlichen Antrag.

Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat kann den Antrag selbst stellen. Für jüngere Personen müssen die gesetzlichen Vertreter die Einbürgerung beantragen; dies sind in der Regel die Eltern.

Lassen Sie sich vor der Antragstellung von uns individuell und ausführlich zu den Einbürgerungs-voraussetzungen und zum Ablauf des Einbürgerungsverfahrens beraten. Sie erfahren welche Unterlagen Sie konkret vorlegen müssen. Zudem erhalten Sie alle Informationen über den weiteren Ablauf des Verfahrens, die entstehenden Kosten und die erforderlichen Antragsformulare.

Die Beratung ist unverbindlich und gebührenfrei.


Voraussetzungen

Im Folgenden erfahren Sie die Voraussetzungen für die Einbürgerung nach 6, 7 oder 8 Jahren Aufenthalt in Deutschland (Anspruchseinbürgerung).

Für Ehegatten und minderjährige Kinder besteht die Möglichkeit der Miteinbürgerung unter Verkürzung der erforderlichen Aufenthaltsdauer.

Auch wenn Sie nicht alle Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllen, lassen Sie sich nicht abschrecken. Das Gesetz sieht einige Ausnahmen vor, die in Ihrem konkreten Fall womöglich zutreffen. Lassen Sie sich von uns beraten.

Aufenthaltsdauer
Der rechtmäßige* und gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland muss grundsätzlich ununterbrochen seit 8 Jahren bestehen.

Die Frist verkürzt sich auf  7 Jahre, wenn Sie erfolgreich an einem Integrationskurs teilgenommen haben, durch Vorlage des „ Zertifikat Integrationskurs“, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
 
Bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen kann sich die Frist auf  6 Jahre verkürzen. Dies sind insbesondere:
  • Der Nachweis von Sprachkenntnissen, die die geforderten Voraussetzungen übersteigen (mind. Sprachniveau B2),
  • Abschluss einer deutschen Hauptschule oder gleichwertiger deutscher Schulabschluss bei mehr als ausreichenden Kenntnissen im Fach Deutsch (mindestens Schulnote „befriedigend“),
  • Realschulabschluss an einer deutschen Schule (Realschule, 10. Klasse Gesamtschule oder Gymnasium) bei ausreichenden Kenntnissen im Fach Deutsch (mindestens Schulnote „ausreichend“),
  • Fachhochschul- oder Hochschulreife an einer deutschen Schule (Fachabitur oder Abitur),
  • erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland,
  • erfolgreich absolviertes deutsches Studienkolleg,
  • erfolgreich abgeschlossenes Studium an einer deutschsprachigen Hochschule oder Fachhochschule oder einer Berufsakademie oder ähnlichen Einrichtungen,
  • eine ehrenamtliche Tätigkeit, wenn sie einen integrativen Charakter hat (z.B. ehrenamtliche Betreuung in einem Verein oder einer gemeinnützigen Organisation, auch Tätigkeiten bei einem Wohlfahrtsverband oder in kommunalen Einrichtungen) und grundsätzlich seit mindestens zwei Jahren ausgeübt wird. Hierzu kann aber auch ein besonderes Engagement in unterschiedlicher Funktion gehören, in Schulen, Ausbildung oder Studium, wie z.B. Klassensprecher, Jugendvertreter, Mitarbeit in einer Studierendenvertretung etc.

    Es dürfen bei der Gesamtbetrachtung keine Anhaltspunkte vorliegen, die der Annahme einer insgesamt gelungenen Integration widersprechen. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei eingestellten strafrechtlichen Ermittlungsverfahren oder bei Verurteilungen, die nach § 12a Abs. 1 StAG ansonsten bei der Einbürgerung außer Betracht bleiben. Dabei kann eine einzelne, geringfügige Verfehlung eine Verkürzung rechtfertigen, wenn eine insgesamt überwiegend positive Entwicklung festzustellen ist.
*Als rechtmäßiger Aufenthalt zählen ferner alle Zeiten in denen der Einbürgerungsbewerber eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis, Daueraufenthalt EG, Blaue Karte EU, Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern besessen hat oder freizügigkeitsberechtigter EU-Bürger ist oder als Ausländer vom Erfordernis des Aufenthaltstitels befreit war. Bei Asylberechtigten und Flüchtlingen können Zeiten des Asylverfahrens berücksichtigt werden.

Aufenthaltsstatus
Zum Zeitpunkt der Einbürgerung sollten Sie ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen:

  • Niederlassungserlaubnis, Daueraufenthalt EG,
  • freizügigkeitsberechtigter EU Bürger oder deren Familienangehörigen und Lebenspartner,
  • Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger mit Aufenthaltserlaubnis,
  • eine Blaue Karte EU,
  • eine Aufenthaltserlaubnis (ausgenommen sind Aufenthaltserlaubnisse nach §§ 16, 17, 17a, 20, 22, 23 Abs. 1, §§ 23a, 24 und 25 Abs. 3 bis 5 des Aufenthaltsgesetzes).


Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache
Erforderlich sind Sprachkenntnisse nach dem Europäischen Referenzrahmen B1. Dies können Sie durch Vorlage eines der folgenden Unterlagen nachweisen:

  • „Zertifikat Integrationskurs“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge,
  • Deutscher Hauptschulabschluss oder gleichwertiger oder höherer deutscher Schulabschluss,
  • Zeugnis über die Versetzung in die zehnte Klasse einer weiterführenden deutschsprachigen Schule (Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule),
  • Zeugnisse der letzten vier Schuljahre an eine deutschsprachige Schule mit erfolgter Versetzung in die jeweils nächst höhere Schulklasse,
  • Abschlusszeugnis/Diplom u.s.w. eines Studiums an einer deutschsprachigen (Fach-) Hochschule,
  • Abschlusszeugnis/Gesellenbrief u.s.w. einer deutschsprachigen Berufsausbildung,
  • das Zertifikat Deutsch B1 oder ein gleichwertiges oder höherwertiges Sprachdiplom (z.B. Zertifikat Deutsch für Jugendliche, Deutsches Sprachdiplom der KMK Stufe 1  oder 2, Bulats Deutsch (ab Testwert 40-59, ALTE-Stufe 2), Zertifikat Deutsch für den Beruf, Zertifikat Deutsch Plus, TestDaF, Dt. Sprachprüfung für den Hochschulzugang DSH, Zentrale Mittelstufenprüfung (ZMP), MD - Mittelstufe Deutsch, Prüfung Wirtschaftsdeutsch, Zentrale Oberstufenprüfung (ZOP), Kleines Deutsches Sprachdiplom, WD – Wirtschaftssprache Deutsch, Großes Deutsches Sprachdiplom

Wenn Sie keinen dieser Nachweise vorlegen können, kann die Einbürgerungsbehörde Sie auffordern, an einer  Sprachprüfung, z. B. an einer Volkshochschule teilzunehmen.

Bei einem minderjährigen Kind, das im Zeitpunkt der Einbürgerung das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind die Voraussetzungen bei einer altersgemäßen Sprachentwicklung erfüllt.

Ausnahmen:
Vom Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse wird abgesehen, wenn Sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung oder aufgrund Ihres Alters diese Voraussetzung nicht erfüllen können. In diesen Fällen kann von Ihnen verlangt werden, dass Sie entsprechende ärztliche Atteste vorlegen.

Bei Personen, die das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben, wird kein Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verlangt.


Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung
Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sind regelmäßig durch einen erfolgreichen Einbürgerungstest nachzuweisen.

Auf einen Einbürgerungstest kann verzichtet werden, wenn Sie

  • im Rahmen eines Integrationskurses den Test "Leben in Deutschland" mit mindestens 17, richtig beantworteten Fragen, bestanden haben,
  • ein Abschlusszeugnis einer deutschen Hauptschule oder ein vergleichbarer oder höherer Abschluss einer deutschen allgemein bildenden Schule besitzen,
  • an einer deutschen Hochschule einen rechts-, verwaltungs-, politik,- oder gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen Studienabschluss erworben haben.

Ausnahmen:
Von einem Einbürgerungstest können Sie befreit werden, wenn Sie die hierfür erforderlichen Kenntnisse wegen einer Krankheit oder Behinderung oder aufgrund Ihres Alters nicht erlernen können. In diesen Fällen kann von Ihnen verlangt werden, dass Sie entsprechende ärztliche Atteste vorlegen.

Bei Personen unter 16. Jahren und Personen die das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben, wird kein Nachweis über die Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung verlangt.

Sicherung des Lebensunterhaltes
Grundsätzlich müssen Sie den Lebensunterhalt für sich und Ihre unterhaltsberechtigten Familienangehörigen aus eigener Kraft oder eigenen Mitteln bestreiten können, ohne Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld 2 oder Sozialhilfe oder deren Inanspruchnahme nicht zu vertreten haben.  Nicht zu vertreten sind:
 
  • Grundsicherung im Alter (Einzelfallbetrachtung) und bei Erwerbsminderung (SGB XII);
  • Bezug von Sozialgeld nach 28 Sozialgesetzbuch II;
  • staatliche Leistungen während der Schulzeit, der Ausbildung und des Studiums; die Inanspruchnahme staatlicher Leistungen durch unterhaltsverpflichtete Eltern werden jugendlichen Einbürgerungsbewerbern nicht zugerechnet;
  • unverschuldeter Arbeitsplatzverlust und hinreichende Bemühung um eine neue Beschäftigung;
  • fehlende oder nicht vollständig den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit aufgrund persönlicher oder familiärer Situation;
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen und bei Probezeit kommt es auf den Einzelfall an.
Die Inanspruchnahme anderer Sozialleistungen (z. B. Arbeitslosengeld I, Erziehungsgeld, Wohngeld oder BAföG) steht der Einbürgerung nicht entgegen.

Bei selbständiger Erwerbstätigkeit wird bewertet, ob die Einkünfte ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Nachweis kann erbracht werden durch Vorlage des letzten Einkommensteuerbescheides und einer schriftlichen Bescheinigung des Steuerberaters. Eventuell muss eine Bestätigung über die Einstellung des vorherigen Sozialleistungsbezuges vorgelegt werden.
 
Ausnahmen:
Von der Sicherung des Lebensunterhaltes kann u.a. abgesehen werden, wenn Sie aufgrund Krankheit, Behinderung oder des Alters hierzu nicht in der Lage sind.

Straffreiheit
Sie dürfen weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch darf auf Grund von Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden sein. Außer Betracht bleiben hierbei:
 
  • die Verhängung von Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmitteln nach dem Jugendgerichtsgesetz,
  • Verurteilungen zu Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen und Verurteilungen zu Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt und nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen worden sind.
Bei mehreren Bestrafungen werden die Strafen zusammengerechnet. Wurden Sie zu einer höheren Strafe verurteilt oder übersteigt die Gesamtsumme der Strafen die vorgenannten Höchstgrenzen nur geringfügig, kann die Behörde Sie im Einzelfall trotzdem einbürgern. Jugendstrafen stehen einer Einbürgerung jedoch immer entgegen.
Ausländische Verurteilungen zu Strafen sind zu berücksichtigen, wenn die Tat im Inland als strafbar anzusehen ist, die Verurteilung in einem rechtsstaatlichen Verfahren ausgesprochen worden ist und das Strafmaß verhältnismäßig ist.

Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit
Bei der Einbürgerung ist das Entstehen von Mehrstaatigkeit nach Möglichkeit zu vermeiden. Dies geschieht auf zwei Wegen: durch den Verlust oder die Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit.

Ausnahmen:
Das Gesetz sieht eine Reihe von Fällen vor, in denen Mehrstaatigkeit hingenommen wird (§12 StAG). Erkundigen Sie sich bei der Einbürgerungsbehörde, wie die Auslegung der Bestimmungen im Einzelfall ist, wenn Sie meinen, eine der dargestellten Regelungen träfe auf Sie zu.

Staatsangehörigkeiten eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz brauchen nicht aufgegeben zu werden.

Die staatsangehörigkeitsrechtlichen Vorschriften folgender Staaten sehen ein Ausscheiden aus der Staatsangehörigkeit nicht vor, daher erfolgt die Einbürgerung unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit: Argentinien, Bolivien, Brasilien

Bei den folgenden Staaten betrifft dies nur Personen, die diese Staatsangehörigkeit durch Geburt erworben haben: Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador; Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Uruguay

Bei den folgenden Staaten ist, wegen der staatsangehörigkeitsrechtlichen Praxis in diesen Staaten, eine Aufgabe der Staatsangehörigkeit nicht möglich. Hier erfolgt derzeit ebenfalls die Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit: Afghanistan, Algerien, Angola, Eritrea, Iran, Irak, Jemen, Kuba, Libanon, Marokko, Nigeria, Syrien, Thailand, Tunesien.

Loyalitätserklärung
Der Einbürgerungsbewerber, der das 16. Lebensjahr vollendet hat, muss sich grundsätzlich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennen.

Die freiheitliche demokratische Grundordnung ist Grundlage für das friedliche Zusammenleben der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Begriff fasst man die Wertvorstellungen des Grundgesetzes zusammen. Zu den grundlegenden Prinzipien der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung zählen insbesondere:

  • die Achtung der Menschenrechte, vor allem das Recht jedes Menschen auf Leben und freie Entfaltung und Gleichbehandlung (hierzu zählt auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau),
  • die Souveränität des Volkes,
  • die Gewaltenteilung,
  • die Verantwortlichkeit der Regierung,
  • die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung,
  • die Unabhängigkeit der Gerichte,
  • das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition.

1. Demokratie und Volksherrschaft
Nach dem Grundgesetz geht alle Staatsgewalt vom Volke aus. Das Volk bestimmt in regelmäßigen Wahlen Vertreter im Bund, in den Ländern und in den Gemeinden.  Diese nehmen die Interessen der jeweiligen Ebene, für die sie gewählt wurden, wahr und treffen die Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip.

2. Achtung der Grundrechte
Die Grundrechte ermöglichen es dem Einzelnen unter anderem, sich gegen deren Beeinträchtigung durch den Staat zu wehren. Der Staat hat die Grundrechte eines jeden Menschen zu schützen, aber auch gegen andere Menschen Personenvereinigungen und Organisationen. Jeder Mensch hat Anspruch auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Niemand darf andere in ihrer freien Selbstbestimmung beeinträchtigen z.B. hinsichtlich der religiösen Betätigung sowie des Zugangs zu Informationen, zur Bildung und zum Berufsleben. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

3. Gewaltenteilung
Der Grundsatz der Gewaltenteilung dient der Hemmung und Kontrolle staatlicher Macht. Die vom Volk ausgehende Staatsgewalt (siehe oben unter 1.) wird durch besondere Organe der Gesetzgebung (Parlamente), der vollziehenden Gewalt (Regierungen und Verwaltungen) und der Rechtsprechung (Gerichte) ausgeübt. Die Parlamente kontrollieren die Arbeit der Regierung.

4. Rechtsstaatsprinzip
Das Rechtsstaatsprinzip gewährleistet vor allem, dass Regierung und Verwaltung die Gesetze einhalten und es einen gerichtlichen Rechtsschutz bei Rechtsverletzungen durch die öffentliche Gewalt gibt. Jedem Bürger steht der Weg zu den Gerichten offen.

5. Gesetzmäßigkeit der Verwaltung
Die Verwaltungen müssen die Gesetze beachten und anwenden. Maßnahmen, die in Rechte des Bürgers eingreifen, bedürfen zu ihrer Rechtfertigung grundsätzlich einer gesetzlichen Grundlage, die diese Maßnahmen zulässt oder erlaubt.

6. Unabhängigkeit der Gerichte
Die Gerichte sind unabhängig. Sie können von Regierungen oder Parlamenten nicht kontrolliert werden. Die Richter sind nur ihrem Gewissen bei der Rechtsanwendung verpflichtet. Jeder Bürger hat einen Anspruch auf einen fairen Prozess.

7. Mehrparteienprinzip und Chancengleichheit der politischen Parteien
Ein wesentliches Merkmal der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist, dass es verschiedene Parteien gibt. Alle Parteien haben die gleichen Chancen, ihre politischen Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Gründung, Bestand und Tätigkeit der Parteien sind frei von staatlichen Einflüssen und Eingriffen. Bei Wahlen haben alle Parteien die gleichen Möglichkeiten, für sich zu werben und gewählt zu werden. Durch das Mehrparteienprinzip wird die Meinungsvielfalt im öffentlichen Leben gewährleistet.

8. Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition
Die Opposition bildet das politische Gegengewicht zur Regierung und hat die Aufgabe, sie zu kontrollieren.  Sie kann Gesetzentwürfe einbringen. Die Regierung darf die Opposition nicht in ihrer Arbeit behindern.

Für Ihre Einbürgerung ist es wichtig, dass Sie die eben beschriebenen Elemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verstanden und akzeptiert haben. Bitte stellen Sie Fragen, wenn Ihnen hierzu noch etwas unklar ist.

Mit Ihrer Unterschrift bekennen Sie sich zu den Grundwerten der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Durch Ihre Unterschrift erklären Sie aber auch,

  • dass Sie keine Bestrebungen unterstützen oder selbst verfolgen, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung wenden,
  • dass sich Ihre Handlungen nicht gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland wenden,
  • dass Sie die Amtsausübung der gewählten Organe des Landes nicht behindern werden, und
  • dass Sie die auswärtigen Belange der Bundesrepublik Deutschland nicht durch Ausübung von Gewalt oder durch Vorbereitung solcher Handlungen gefährden wollen.

Des Weiteren wird Ihnen eine Liste extremistischer Organisationen vorgelegt. Diese müssen Sie sich vollständig durchlesen und angeben, ob Sie entweder „bisher keiner der genannten Organisationen angehört oder sie unterstützt haben“ oder „in der Zeit von…bis…der (Organisation) angehört oder unterstützt haben“ oder „seit...der (Organisation) angehören“

Mündliches feierliches Bekenntnis
Vor der Übergabe der Einbürgerungsurkunde müssen Sie zusätzlich zum schriftlich abzugebenden Bekenntnis mündlich Folgendes feierlich erklären:

„Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“

Dieses feierliche Bekenntnis soll das zuvor schriftlich geleistete Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekräftigen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Bevor Sie einen Antrag auf Einbürgerung stellen, sollten Sie ein persönliches Gespräch mit uns führen. Wir beraten Sie individuell und ausführlich zu den Einbürgerungsvorausetzungen, zum Ablauf des Einbürgerungsverfahrens und Sie erfahren, welche Unterlagen Sie konkret vorlegen müssen.

Alle Unterlagen sind im Original vorzulegen.
 
Von Unterlagen, die nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, ist zusätzlich eine beglaubigte deutsche Übersetzung von einem in Deutschland zugelassenen Urkundenübersetzer notwendig.
Hier finden Sie Urkundenübersetzer

Kontakt
Hausanschrift
Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis
Staatsangehörigkeitsrecht
Europaplatz 5
67063 Ludwigshafen am Rhein
Ansprechpartner
Mario Mamon
Zimmer B43
Telefon
0621 5909 5430
E-Mail
 
Die Vorsprache und Antragstellung erfolgt persönlich nach Terminvereinbarung per Telefon oder E-Mail.
 

Welche Gebühren fallen an?

Die Einbürgerung in den deutschen Staatsverband ist für den Antragsteller generell gebührenpflichtig.
 
Die Gebühr für die Einbürgerung beträgt gem. § 38 Abs. 2 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) 255,- €. Sie ermäßigt sich für jedes minderjähriges Kind, das miteingebürgert wird und keine eigenen Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes hat, auf 51,- €.
 
Gem. § 1 in Verbindung mit § 16 des Verwaltungskostengesetzes (VwKostG) kann bei Amtshandlungen die auf Antrag durchgeführt werden, ein Gebührenvorschuss in Höhe von bis zu 75% der zu erwartenden Gebühr erhoben werden.
 
Dies bedeutet die Erhebung einer Vorschussleistung von:
  • 191,- € für jeden Erwachsenen / jedes minderjähriges Kind, das alleine eingebürgert werden soll
  • 38,- € für jedes minderjährige Kind, wenn es mit einem Elternteil zusammen eingebürgert werden soll
Der Vorschuss wird als einmalige Zahlung bei Antragstellung fällig.
 
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass der Antrag erst mit Entrichtung des vollen Gebührenvorschusses angenommen wird. Die restliche Gebühr ( 64,- €, bzw. 13,- €) wird vor Aushändigung der Einbürgerungsurkunde, also vor Abschluss des Verfahrens, fällig.

Auch die Ablehnung oder die Rücknahme eines laufenden Antrages auf Einbürgerung in den deutschen Staatsverband ist gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühr für eine Antragsrücknahme beträgt in der Regel 50%, die Ablehnung der Einbürgerung durch Bescheid in der Regel 75% der Einbürgerungsgebühr.
 
Weitere Gebühren können bei Ihrer Heimatstaatsbehörde für die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit anfallen. Zur Klärung der dort anfallenden Kosten sollten Sie sich an die für Sie zuständige Auslandsvertretung (Generalkonsulat/Botschaft) wenden.

Rechtsgrundlage

Anträge / Formulare