Grunderwerb

Eigene Grundstücke für den Naturschutz

Eine große Bedeutung zum Aufbau vernetzter Biotopsysteme durch Anlegen von Streuobstwiesen, Feuchtgebieten und Feldgehölzen usw. kommt dem Grunderwerb zum Zwecke des Naturschutzes zu. Deshalb hat der Rhein-Pfalz-Kreis in den letzten Jahren für diesen Zweck erhebliche Summen aufgewendet. So wurde bis jetzt ca. 1 Million Euro zum Flächenerwerb bereitgestellt. Allerdings wurde der Kauf einiger Grundstücke auch aus Ersatzgeldern, also aus zweckgebundenen Mitteln zum Ausgleich von Eingriffen in den Naturhaushalt finanziert.

In Zeiten knapper werdender Haushaltsmittel wurde das Konzept abgeändert. Durch ein Förderprogramm für die Kreisgemeinden und Naturschutzverbände und Vereine soll erreicht werden, dass von dieser Seite verstärkt Grundstücke erworben werden. Die Gemeinden haben jetzt allerdings die Möglichkeit, dass sie vom Kreis für die überörtliche Vernetzung erworbene und aufgewertete Grundstücke kaufen, um sie als Ersatzmaßnahme oder für ihr Ökokonto zu nutzen. Die Vorbereitungen dazu laufen. Ziel ist es, dass das rückfließende Geld erneut für den Grunderwerb für Natur- schutzmaßnahmen eingesetzt wird und sich so die Kaufsummen wieder erhöhen.

Im Winter 2005 wurde der Erwerb eines großen Bruchgeländes in Limburgerhof besiegelt (Bild).

Bild Erwerb des Bruchgeländes

Entwicklung und Pflege erworbener Grundstücke

Die Grundstücke werden entsprechend den Entwicklungszielen der Verbundplanung umgestaltet, unterhalten und gepflegt. So wurden bereits seit dem Frühjahr 1996 z.B. auch Wiesenblumen und -gräser eingesät.

In Rödersheim entsteht eine Streuobstwiese mit seltenen und vom aussterben bedrohten historischen Obstsorten. Je nach Standortbedingungen sollen sich schnellst möglich Wiesen mit hohem Biotopwert entwickeln. So versucht die Kreisverwaltung z.B. in den Schwarzwiesen bei Mechtersheim eine Stromtalwiese zu etablieren. Dazu wurde neben der erfolgten Grundeinsaat auch Samen aus vergleichbaren Biotopen eingebracht. Mit einer internationalen Jugendgruppe wurde deshalb entsprechend hochwertiges Saatgut z.B. auch in Naturschutzgebieten geerntet und auf passenden Grundstücken des Kreises ausgesät.

Auf den Grundstücken werden auch neue Wege in der Pflege eingeschlagen. So erhalten Landwirte und Viehhalter nicht nur Aufträge zur Mahd der Wiesen, sondern die Beweidung mit Robustrindern, Ponys, Schafen und Ziegen wird als Pflegemaßnahme eingesetzt.