Freilaufende Hunde während der Brut- und Setzzeit: Gefährlich für Natur und Landschaft des Rhein-Pfalz-Kreises

Kaum hat das Frühjahr begonnen, häufen sich bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Pfalz-Kreises Klagen über freilaufende Hunde in Natur und Landschaft.

Laut den ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten stellen das Landschaftsschutzgebiet „Heidewald“ im Raum Birkenheide/Maxdorf und die Naturschutzgebiete „Sporen“ bei Bobenheim-Roxheim oder „Flotzgrün“ bei Römerberg besondere Schwerpunkte dar. Aber auch im gesamten Landkreis schädigen unverantwortliche Hundeführer immer weitere Bereiche in erheblichen Ausmaß.

Seit längerem schon stellen Ornithologen im Rhein-Pfalz-Kreis in erschreckendem Ausmaß Beeinträchtigung der Brut von Feldlerchen, Rotkehlchen und Nachtigallen fest. Diese Arten sind Boden- und Heckenbrüter. Die Nester solcher Tiere befinden sich auf ebener Erde oder in Bodennähe. Diese angeborene Nistplatzwahl birgt einen erheblichen Nachteil: Gelege und Jungvögel sind von natürlichen Feinden leicht zu finden.

In ungestörter Wildnis ist dies unproblematisch. Bedenklich wird es jedoch für diese Vogelgruppe, wenn im Außenbereich der Städte und Dörfer „unnatürliche“ Beutesucher wie nicht angeleinte Hunde umherstreifen und dabei Nester zerstören. Selten gewordene Arten wie Ziegenmelker und Wiesenpieper, die ohnehin nur noch in geschützten Arealen vorkommen, sind durch stöbernde Hunde vielerorts so gut wie verschwunden.

Aber auch Rehe und andere Wildtiere verenden auf qualvolle Weise: Nicht nur Bisse hetzender Hunde, auch die Flucht des Wildes selbst birgt höchste Gefahr. Wenn eine derart panische Flucht von einem Zaun aufgehalten wird, ist häufig ein tödlicher Ausgang vorprogrammiert. Von Hunden gehetzt, verletzen sich Wildtiere oft schwer. Sie können aber auch auf eine Straße und vor das nächste Auto geraten. Dann kommen zusätzlich Menschenleben in Gefahr.

Spricht man Zeitgenossen an, die in dieser kritischen Zeit mit freilaufenden Hunden in Natur und Landschaft unterwegs sind, behaupten diese häufig, der Hund jage nicht, sondern spiele lediglich.

Im Frühjahr sind aber Wildtiere am anfälligsten und am leichtesten zu reißen: In den Monaten März, April und Mai ist die Gefahr für Wild, von Hunden gehetzt und dabei getötet zu werden, rund dreimal so hoch wie von August bis November. Im April ist regelmäßig die höchste Zahl an gerissenen Rehen zu beklagen.

Das liegt unter anderem daran, dass die weiblichen Tiere jetzt hochträchtig sind und damit auch eine leichtere Beute für streunende Hunde darstellen als zu anderen Zeiten.

Hinzu kommt später eine große Zahl im Frühling geborener Jungtiere, die allzu häufig Opfer von unbeaufsichtigten Hunden werden. Diese können ihren angeborenen Beutetrieb natürlich nicht unterdrücken. Die Kreisverwaltung wie auch ihre Naturschutzbeauftragten appellieren daher an das Verantwortungsbewusstsein und die Einsicht der Hundehalter, gerade jetzt ihre Tiere in Wald, Feld und Flur an die Leine zu nehmen.

Zudem enthalten Natur- oder Landschaftsschutzverordnungen sowie kommunale Gefahrenabwehrverordnungen diesbezüglich ohnehin ausdrückliche Anordnungen. Hinweisschilder verdeutlichen dies. Nichtbeachtung derartiger Regelungen ist ordnungswidrig und wird entsprechend geahndet. Im Rhein-Pfalz-Kreis beispielsweise finden stichprobenartig Kontrollen statt, auch an den Wochenenden. Die Bußgelder können bis zu 50.000 € betragen.

 

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