Das machen wir damit

Ein großer Teil der Bioabfälle, die im Haushalt anfallen, wurden in der Vergangenheit in die Restmülltonne geworfen, wodurch sie letztlich in der Müllverbrennungsanlage landeten. Die überwiegend feuchten Bioabfälle zu verbrennen, macht jedoch wenig Sinn. Sie haben einen geringen Heizwert und am Ende bleiben nur CO2, Wasser und Asche von ihnen übrig. In Bioabfällen steckt jedoch mehr drin und es lohnt sich, es aus ihnen herauszuholen.

Die im Rhein-Pfalz-Kreis mit der Biotonne erfassten Bioabfälle werden zum überwiegenden Teil zu Biokompost verarbeitet. In der Kompostierungsanlage bauen Bakterien und Pilze das organische Material innerhalb weniger Wochen zu Biokompost um. Kompost ist ein wertvoller Bodenverbesserer. Er enthält fest gebundene Nährstoffe, die er über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen abgibt. Kompost erhöht zudem die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Durch seine grobe Struktur bringt er Luft in den Boden, wovon nützliche Bodenlebewesen profitieren, die wiederum die Bodenfruchtbarkeit fördern. Kompost kann daher den mit umweltschädlichen Folgen gewonnenen Hochmoortorf im Garten- und Landschaftsbau vollständig ersetzen und den Kunstdüngerbedarf minimieren. Die Verwendung von Kompost leistet damit einen aktiven Beitrag zum Ressourcen-, Klima- und Naturschutz und fördert eine nachhaltige Entwicklung.

Doch Bio kann noch mehr!
Seit November 2015 werden die Biotonnenabfälle des Rhein-Pfalz-Kreises in einem mehrstufigen Verfahren zu Biogas und Kompost verarbeitet. Die Bioabfälle werden in einer Vergärungsanlage der ZAK in Kaiserslautern zunächst ausgepresst und der flüssige Anteil unter Luftabschluss zu Methangas vergoren. Das so gewonnene Methan wird als Biogas in einer Kraft-Wärme-Anlage in Strom und Nutzwärme umgewandelt. Der feste Anteil der Bioabfälle gelangt zusammen mit dem Gärrest in eine angrenzende Kompostierungsanlage, wo er zu Biokompost verarbeitet wird.

Dieses kombinierte Verfahren vergrößert die aus den Bioabfällen gezogene Wertschöpfung. Aus 1.000 kg Bioabfall werden künftig rund 135 kWh Strom, 250 kWh Fernwärme sowie 410 kg Kompost gewonnen. Aus den im Rhein-Pfalz-Kreis erwarteten Bioabfallmengen können jährlich im Durchschnitt 190 Zweipersonenhaushalte mit Strom versorgt, 60 Einfamilienhäuser beheizt und 2.000 t Kompost hergestellt werden. Die Biotonne des Rhein-Pfalz-Kreises wird damit zur "Bioenergie-Tonne" und zählt fortan zu den erneuerbaren Energiequellen.

Um diese Werte aus den Bioabfällen herausholen zu können, müssen sie in der Biotonne von den Restabfällen getrennt gesammelt werden. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz eine 'Getrennthaltungspflicht für Bioabfälle' erlassen, die im Rhein-Pfalz-Kreis zum 01.01.2016 mit Einführung der Biotonnenpflicht umgesetzt wurde.

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