Initiative Gesundheit leben, Zukunft gestalten
Leistungsbeschreibung
Der Fachbereich Gesundheitsförderung und -berichterstattung hat die Initiative „Gesundheit leben, Zukunft gestalten“ ins Leben gerufen, um Kommunen beim Aufbau nachhaltiger gesundheitsförderlicher Strukturen zu unterstützen. Zentrale Grundlage ist eine koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Akteurinnen und Akteure zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Die Beratung der für die Gesundheitsversorgung zuständigen Stellen zum Bedarf an Angeboten der Gesundheitsförderung ist gesetzliche Aufgabe der Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz (§5, ÖGdG). Seit 2015 stärkt das Präventionsgesetz zudem die Zusammenarbeit zwischen Sozialversicherungsträgern, Ländern und Kommunen. Die daraus entstandene Landesrahmenvereinbarung Rheinland-Pfalz legt fest, dass sich Maßnahmen am tatsächlichen Bedarf orientieren müssen – hierfür liefert die Gesundheitsberichterstattung die notwendige Datengrundlage. Gesundheitsberichte, die im Rahmen der Initiative „Gesundheit leben, Zukunft gestalten“ entstanden sind, finden Sie unter der Kategorie Gesundheitsberichterstattung.

FAQs
Was bedeutet Gesundheitsförderung?
Der Begriff „Gesundheitsförderung“ wurde 1986 mit der sogenannten Ottawa-Charta geprägt. Seitdem ist klar: Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie umfasst neben dem körperlichen, auch das seelische und soziale Wohlbefinden und schließt die Entfaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft mit ein.
Was ist der Unterschied zwischen Gesundheitsförderung und Prävention?
Was erhält Menschen gesund? Die Gesundheitsförderung fokussiert sich auf Schutzfaktoren (Ressourcen), die zum Erhalt der Gesundheit beitragen. Ziel ist es, Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen zu stärken, um die Widerstandskraft zu stärken. Außerdem sollen Lebensbedingungen geschaffen werden, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Ein klassisches Beispiel für Gesundheitsförderung sind Programme, die die Lebenskompetenzen steigern, wie beispielsweise Stressbewältigungsprogramme. Die Gesundheitsförderung blickt also auf Einflussfaktoren von Gesundheit und möchte sie zum Positiven verändern.
Wie entstehen Krankheiten? Ansatz der Krankheitsprävention ist es, Risikofaktoren für Krankheiten zu minimieren, Krankheiten vorzubeugen oder frühzeitig zu erkennen. Ein klassisches Präventionsbeispiel sind Impfkampagnen. Hierbei bedient sich die Prävention am Wissen, wie Krankheiten entstehen. Der Fokus liegt also auf den Risikofaktoren von Krankheit.
Beide Ansätze ergänzen sich und tragen gemeinsam zu einem gesunden Leben bei.
Was versteht man unter kommunaler Gesundheitsförderung?
Kommunale Gesundheitsförderung stärkt die Gesundheit der Menschen direkt in ihren Lebenswelten wie etwa in Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen, Senioreneinrichtungen oder Stadtteilen durch gezielte Maßnahmen und Beteiligung der Betroffenen. Dabei arbeiten verschiedene Akteure wie das Gesundheitsamt, Bildungseinrichtungen, soziale Dienste, kommunale Verwaltungen, Vereine, Krankenkassen und weitere Partner zusammen, um nachhaltige Strukturen zu schaffen. Ziel ist es, gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern und das Wohlbefinden aller Menschen vor Ort zu verbessern.
Was ist die Rolle des Gesundheitsamtes im Rahmen der Gesundheitsförderung?
Das Gesundheitsamt spielt eine zentrale Rolle in der kommunalen Gesundheitsförderung. Zu den Aufgaben des Gesundheitsamts gehören die Beobachtung gesundheitlicher Entwicklungen, sowie die Initiierung und Koordination gezielter Maßnahmen. Zudem hat das Gesundheitsamt eine beratende Funktion, vernetzt Akteure miteinander und ergänzt bei Bedarf Maßnahmen.
Ist kommunale Gesundheitsförderung eine Pflichtaufgabe?
Kommunen gestalten Lebensbedingungen vor Ort und können viele Menschen direkt erreichen. Damit haben Sie besondere Möglichkeiten, um Lebensqualität und Gesundheit ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu stärken. Das Präventionsgesetz (§ 20a SGB V) hebt die Bedeutung der Kommunen hervor und verpflichtet die Krankenkassen zu deren Unterstützung. Die Umsetzung von Gesundheitsförderung ist für Kommunen meist eine freiwillige Aufgabe im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung
Warum ist Gesundheit nicht allein Aufgabe des Gesundheitssystems?
Gesundheit entsteht dort, wo Menschen leben, arbeiten, lernen und ihre Freizeit verbringen. Deshalb tragen auch Bildungseinrichtungen, Kommunen, Betriebe, Vereine und viele andere Bereiche Verantwortung für gesundheitsfördernde Bedingungen. Nur durch gemeinsames Handeln kann die Gesundheit aller nachhaltig gestärkt und gesundheitliche Ungleichheiten verringert werden.
Weiterführende Links
- Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) zu Gesundheit in der Kommune
- Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
- Das Gesunde Städte Netzwerk
- GKV-Bündnis für Gesundheit in Rheinland-Pfalz
- Bundesgesundheitsministerium zu Prävention und Gesundheitsförderung
- Robert-Koch-Institut zu Gesundheitsförderung
- Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA)
- Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung
- Bundesärztekammer zu Prävention und Gesundheitsförderung
