Asiatische Tigermücke

Asiatische TIgermücke (Aedes albopictus)

Beschreibung

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist die weltweit wichtigste invasive Stechmückenart. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wird durch Warentransporte und Reisende verschleppt. Sie ist tagaktiv, sehr stichfreudig und aggressiv. Sie kann tropische Krankheitserreger übertragen. Vor allem entlang des Oberrheingrabens hat sich die Asiatische Tigermücke etabliert und stabile Populationen gebildet. Dank ihrer kälteresistenten Eier kann sie auch überwintern. Aufgrund von steigenden Jahresmitteltemperaturen und längeren Wärmephasen im Sommer wird sich die Tigermücke weiter in Deutschland ausbreiten

FAQ

  • Wo kommt die Asiatische Tigermücke in Deutschland vor?

    In Teilen Baden-Württembergs und dem Rhein-Main-Gebiet (Rheinland-Pfalz,

    Hessen) flächig, punktuell neuerdings auch rheinabwärts in Bonn (Nordrhein-Westphalen) und in einzelnen Städten in Bayern und Thüringen sowie in Berlin.

    Quelle: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/29_25.pdf?__blob=publicationFile&v=6

  • Wo kommt die Asiatische Tigermücke in Europa vor?

    Hauptsächlich im Mittelmeerraum, sie breitet sich aber weiter nach Norden aus. Das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) veröffentlicht auf Karten regelmäßig die Vorkommen:

    Quelle: Stand Juni 2025 - Aedes albopictus - current known distribution: June 2025


  • Wie werden Krankheiten durch die Asiatische Tigermücke auf den Menschen übertragen?

    Die Asiatische Tigermücke überträgt Krankheiten, indem sie beim Blutsaugen Krankheitserreger von einem Menschen zum nächsten weitergibt. Wenn sie eine infizierte Person sticht, gelangen die Krankheitserreger in ihren Körper. Sticht sie danach einen anderen Menschen, gibt sie mit ihrem Speichel beim Einstich den Krankheitserreger weiter. Auf diese Weise können die Erreger in den Blutkreislauf des Menschen gelangen und eine Infektion auslösen, Die Mücke selbst erkrankt nicht, sondern dient nur als Träger und Überträger der Krankheitserreger. Eine Übertragung von Krankheiten ist nur möglich, wenn die Mücken in ausreichender Dichte zeitgleich dort auftreten, wo sich infizierte Personen aufhalten.

  • Welche Krankheiten kann die Asiatische Tigermücke übertragen:

    Chikungunya-Fieber: Chikungunya wird durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) verursacht. Die Erkrankung reicht von milden, selbstlimitierenden Verläufen bis zu schweren, langanhaltenden Beschwerden, mit plötzlichem Fieber, starken Gelenkschmerzen in mehreren Gelenken, Hautausschlag, Kopf- oder Muskelschmerzen und gelegentlich neurologischen Symptomen wie Enzephalitis oder Meningitis. Die meisten erholen sich innerhalb Wochen; Gelenkschmerzen können jedoch Monate bis Jahre andauern. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Eine kausale, antivirale Behandlung gibt es nicht; die Therapie ist rein symptomatisch. Nach einer überstandenen Infektion besteht vermutlich lebenslanger Schutz. Weitere Informationen unter: RKI - Chikungunya-Fieber.

    Dengue: Dengue-Fieber wird ausgelöst durch das Dengue-Virus.. Nach Reisen in die Tropen ist Dengue-Fieber eine der häufigsten Fieberursachen. In den meisten Fällen

    verursacht das Virus nur milde Beschwerden oder bleibt ganz ohne Symptome und klingt nach einigen Tagen bis einer Woche wieder ab.

    Klassisches Dengue-Fieber beginnt oft wie Grippe: hohes Fieber bis 40 Grad, Schüttelfrost und Kopfschmerzen.Hinzu kommen Muskel- und Gelenkschmerzen, weshalb es auch „Knochenbrecher-Fieber“ genannt wird. Manchmal gibt es einen Hautausschlag mit kleinen, blassroten Flecken und geschwollene Lymphknoten. Die Beschwerden dauern oft mehrere Wochen.

    Bei sehr wenigen Erkrankten kann eine schwere Form auftreten. Besonders gefährdet sind Kinder und Menschen, die zuvor schon einmal Dengue hatten. Die schwere Form verursacht zusätzlich starke Bauchschmerzen, Erbrechen, Atemnot und Verwirrtheit. Es treten Gerinnungsstörungen auf, die sich als kleine Blutungen in der Haut, Nasenbluten oder innere Blutungen zeigen können.

    Schwere Dengue-Fieber kann zu Kreislauf- und Organversagen führen. Wird Dengue-Fieber früh erkannt und angemessen behandelt, liegt die Sterblichkeit unter 1 %. In Deutschland treten schwere Fälle und Todesfälle extrem selten auf.

    Gegen Dengue-Fieber steht ein Impfstoff zur Verfügung.

    Weitere Informationen unter: Dengue-Fieber

    Zika: Die Mehrheit der Zikavirus-Infektionen verläuft asymptomatisch. Treten Symptome auf, sind sie meist mild und ähneln anderen mückenübertragenen Tropenkrankheiten (z. B. Denguefieber). Typische Anzeichen können Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber sein. Gelegentlich können neurologische Komplikationen auftreten (z. B. Guillain-Barré-Syndrom). Eine Zikavirus-Infektion in der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen beim Fötus führen (z. B. Mikrozephalie).

    Weitere Informationen unter: RKI - Themen - Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen

  • Werden in Deutschland Krankheiten von der Asiatischen Tigermücke übertragen?

    In Deutschland wurden bisher keine der o.g. Infektionserreger übertragen. Es gibt allerdings Erkrankungsfälle von infizierten Reiserückkehrern. In Frankreich und Italien gibt es sogenannte autochthone Infektionen, das bedeutet, die Erkrankung ist von einer heimischen Asiatischen Tigermücke auf einen Menschen übertragen worden.

  • Wie kann man sich vor Mückenstichen generell schützen?

    ➢ Kleidung: Lange und helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt

    ➢ Verwendung von Mücken-abwehrenden Mitteln auf der Haut

    ➢ Behandlung der Kleider mit Mückenschutzmitteln

    ➢ Verwendung von Insektengittern an Fenstern und Türen sowie Verwendung von Moskitonetzen

  • Worauf sollten Ärzte und Ärztinnen achten?

    In Gebieten, wo sich die Asiatische Tigermücke ausbreitet, sollten Ärztinnen und Ärzte in der Saison bei Personen mit Fieber unklaren Ursprungs auch ohne Reiseanamnese an stechmückenübertragene, eigentlich in Deutschland nicht vorkommende Erreger denken. (https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/29_25.pdf?__blob=publicationFile&v=6)

  • Wie sollten sich Reisende in (sub-)tropische Gebiete verhalten?

    ➢ Reisende in (sub-)tropische Gebiete sollten sich vor der Reise über das Vorkommen von Dengue, Chikungunya und Zika informieren. Link zu reisemedizinischen Beratungen:

    ➢ Mückenschutz: Kleidung: Lange und helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt; Verwendung von Mücken-abwehrenden Mitteln auf der Haut; Behandlung der Kleider mit Mückenschutzmitteln; Verwendung von Insektengittern an Fenstern und Türen sowie Verwendung von Moskitonetzen

    ➢ Bei grippeähnlichen Symptomen, Fieber, Hautausschlägen und Gelenkschmerzen, suchen Sie bitte einen Arzt oder eine Ärztin auf.

  • Wie sollten sich Reiserückkehrer aus (sub-)tropischen Gebieten verhalten?

    ➢Reiserückkehrenden aus tropischen/subtropischen Endemiegebieten wird in deutschen Regionen mit Asiatischen Tigermücken im Sommer und Frühherbst auch bei Symptomfreiheit bis 14 Tage nach der Reise Mückenschutz empfohlen. (https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/29_25.pdf?__blob=publicationFile&v=6)

    ➢ Mückenschutz: Kleidung: Lange und helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt; Verwendung von Mücken-abwehrenden Mitteln auf der Haut; Behandlung der Kleider mit Mückenschutzmitteln; Verwendung von Insektengittern an Fenstern und Türen sowie Verwendung von Moskitonetzen

  • Wer ist in Rheinland-Pfalz für die Überwachung und Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zuständig?

    ➢ In der Oberrheinebene bekämpft die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (kurz: KABS) Stechmücken, auch „Schnaken“ genannt. Sie setzt ökologisch vertretbare Maßnahmen ein, um die Lebensqualität in der Region aufrechtzuerhalten.

    https://www.kabsev.de/

    ➢ Gesundheitsamt:

  • Was sind typische Tigermückenbrutstätten?

    Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier am liebsten in Wasser, das wie ein Gefäß aussieht (zum Beispiel Töpfe, Eimer oder andere Behälter). In der Nähe von Menschen gibt es ganz viele künstliche und natürliche Wasserbehälter. Deshalb kann es in Städten und Vororten oft viele Tigermücken geben. Typische Brutstätten sind zum Beispiel Regentonnen, Blumentopf-Untersetzer, Gießkannen und Sonnenschirmständer. Weitere Informationen finden Sie unter: Tigermückenbrutstätten - KABS e.V.

  • Wie kann man als Privatperson die Asiatische Tigermücke bekämpfen?

    ➢ Brutstätten vermeiden, so zum Beispiel regelmäßiges Ausleeren aller Wasseransammlungen, Abdecken möglicher Wasserbehälter, Entsorgen unnützer Gegenstände im Garten oder auf dem Balkon. Weitere Informationen finden Sie unter: Umgang mit Brutstätten - KABS e.V.

    ➢ Behandlung der Brutstätten mit dem biologischen Wirkstoff Bti. Weitere Information finden Sie unter: Brutstättenbehandlung - KABS e.V.

    ➢ Bürgermeldungen: Jede per Post eingeschickte Stechmücke bzw. jedes per E-Mail übermittelte Foto einer Stechmücke spielt eine große Rolle, um weitere Einblicke zu erhalten.

  • Woran erkenne ich eine Asiatische Tigermücke?

    ➢ Die Asiatische Tigermücke hat eine markante schwarz-weiße Musterung an mehreren Körperstellen, die sie von anderen Stechmücken unterscheidet.

    ➢ Sie passt problemlos in eine 1-Cent-Münze.

  • Wie und Wo kann ich eine verdächtige Mücke melden?

    ➢ Durch ein per Post eingeschicktes Exemplar oder durch gelungene Fotoaufnahmen an die KABS oder an das Gesundheitsamt Rhein-Pfalz-Kreis

    ➢ Hinweise bei Meldung durch ein Foto: Rücken und Beine der Mücke sollen gut sichtbar sein, Größenvergleich mit 1 -Cent-Stück oder Lineal, Ort und Datum des Fundes sowie ihre Kontaktdaten.

    Meldungen an:

    KABS: entweder per Meldeformular: Einsendewege - KABS e.V.

    Oder an: tigermuecke@kabsev.de

    ➢ Hinweise bei Meldungen per Post: Achten Sie bitte darauf, die Mücke zu polstern und in einem kleinen Gefäß zu versenden. Ohne Polsterung erreichen uns meist nur einzelne Körperteile. Auch beim Postversand benötigen wir Angaben wie Ort und Datum des Fundes sowie Ihre Kontaktdaten.

    KABS: Stichwort: Tigermückenmeldung

    KABS e.V.

    Georg-Peter-Süß-Straße 3

    67346 Speyer

    ➢ Weitere Informationen finden Sie unter: Tigermücke melden - KABS e.V.

Formulare & Anträge