Tuberkulose Fürsorge
Leistungsbeschreibung
Die Tuberkulose ist eine ansteckende Krankheit. Sie ist eine häufig mit uncharakteristischen Beschwerden (Husten, Müdigkeit, leichtes Fieber u. a.) beginnende Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge befällt, aber auch andere Organe betreffen kann.
Um eine Ausbreitung im Körper zu verhindern und eine Ansteckung weiterer Personen zu verhüten, sind das frühzeitige Erkennen und der Beginn der medikamentösen Behandlung wichtig. Die Tuberkulose ist in Deutschland als meldepflichtige Krankheit klassifiziert.
Eine Behandlung ist langwierig und konsequent durchzuführen, da es sonst zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit, zur Unwirksamkeit von Antibiotika (so genannte Resistenzentwicklung) und durch Ansteckung zu weiteren Erkrankungsfällen kommen kann.
Was machen wir?
• Nach Erhalt einer positiven Tuberkulosemeldung arbeiten wir mit Kliniken, Laboren und anderen Einrichtungen wie z.B RKI sowie Fachärzten
• zusammen, um den Patient:innen die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen und die Weiterverbreitung in der Bevölkerung zu verhindern.
• Wir begleiten erkrankte Menschen während ihrer gesamten Behandlung und überwachen den Verlauf der Therapie.
• Wir betreuen Sie während und nach einer Tuberkuloseerkrankung.
• Wir beraten und untersuchen Sie nach einem möglichen Kontakt mit Tuberkulose.
• Wir sind für die Organisation und Durchführung der Tuberkuloseuntersuchung für Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnheime nach § 36 IfSG verantwortlich.
• Wir stellen ärztliche Tuberkulose-Atteste für Auslandsaufenthalte aus (diese Leistung ist kostenpflichtig).
FAQ
Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?
Tuberkulose ist keine hoch ansteckende bakterielle Infektionskrankheit. Das Ansteckungsrisiko ist im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten, wie z.B. Corona- oder Influenzaviren, sehr gering.
Ein relevantes Übertragungsrisiko liegt erst vor, wenn zu einer ansteckungsfähig erkrankten Person ein direkter Kontakt von mindestens acht Stunden in geschlossenen Räumen bestand. Im Freien ist eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich. Selbst in engen Räumen, wie beispielsweise Bussen und Bahnen, ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit Tuberkulose zu infizieren, sehr gering. Eine mittelbare Übertragung, z. B. über Handläufe, Halteschlaufen oder Stoffbezügen ist nicht möglich.
Eine Übertragung durch Dritte, nicht an Tuberkulose erkrankte Menschen ist ebenfalls ausgeschlossen.
Wie wird Tuberkulose übertragen?
Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über die Atemwege von Mensch zu Mensch. Die an ansteckungsfähiger Tuberkulose erkrankte Person gibt beim lauten Sprechen, Singen, Niesen oder Husten bakterienhaltige Tröpfchen in die Umgebungsluft ab. Diese können von einem anderen Menschen eingeatmet werden.
Dabei ist die Ansteckungsgefahr umso größer, je mehr Bakterien der Erkrankte im Auswurf hat und je länger ein enger und naher Kontakt zu dieser Person besteht.
Das Bakterium kann mittels Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen werden, nicht aber durch einen Kontakt mit Handläufen, Kleidung oder sonstigen Gegenständen. Eine Übertragung außerhalb geschlossener Räume ist sehr unwahrscheinlich.
Wer kann an Tuberkulose erkranken?
Nicht alle Personen die sich mit Tuberkulosebakterien angesteckt haben, erkranken im Verlauf der nächsten Wochen, Monate oder Jahrzehnte an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose.
Menschen mit geschwächten Abwehrkräften haben ein erhöhtes Risiko, an Tuberkulose zu erkranken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und durch chronische Erkrankungen oder Medikamente abwehrgeschwächte Menschen.
Woran lässt sich Tuberkulose erkennen?
Häufig beginnt die Erkrankung mit harmlos erscheinenden Beschwerden:
• Husten
• Gewichtsabnahme
• Appetitlosigkeit
• Müdigkeit
• leichtes Fieber
• Nachtschweiß
Wenn Husten länger als erwartet anhält und von weiteren der genannten Beschwerden begleitet wird, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Zu den wichtigsten Untersuchungen, um eine Lungentuberkulose zu erkennen, gehört das Röntgen der Lunge.
Wie ist die Inkubationszeit?
Die Inkubationszeit der Tuberkulose ist länger als bei vielen anderen Infektionskrankheiten und sehr unterschiedlich. Nach Kontakt zu einem an ansteckungsfähiger Tuberkulose Erkrankten kann man nach acht bis zwölf Wochen durch einen speziellen Test feststellen, ob der Erreger zu einer Infektion geführt hat.
Was passiert bei einer Umgebungsuntersuchung bei Kontakt zu Tuberkulose?
Eine Umgebungsuntersuchung ist die vorsorgliche Untersuchung von Personen, die Kontakt zu einer Tuberkuloseerkrankung hatten. Dabei wird geprüft, ob sich jemand im Umfeld angesteckt hat oder erkrankt ist. Jede behandlungsbedürftige Tuberkulose muss nach dem Infektionsschutzgesetz an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Dieses ermittelt dann alle Personen, mit denen der oder die Erkrankte in der Vergangenheit intensiven Kontakt über einen längeren Zeitraum hatte, in der Regel während der letzten 3 bis 6 Monate. Diese Kontaktpersonen werden aufgefordert, sich untersuchen zu lassen (Umgebungsuntersuchung).
Um festzustellen, ob sich jemand mit Tuberkulosebakterien angesteckt hat, wird ein Tuberkulin-Hauttest (THT) oder ein IGRA-Test (Interferon-Gamma Release Assay) durchgeführt. Beim THT wird Tuberkulin in die Haut des Unterarms gespritzt. Tritt nach 2 bis 7 Tagen an der Test-Stelle eine tastbare Verhärtung auf, wird der Test als positiv gewertet. Der moderne IGRA-Test wird anhand einer Blutprobe vorgenommen. Überschreitet der im Labor bestimmte Wert einen Grenzwert, wird er als positiv gewertet.
Sollte eines der beiden Testverfahren ein positives Ergebnis zeigen, heißt das aber noch nicht, dass eine Erkrankung vorliegt oder der Patient gar ansteckend wäre. Ob eine behandlungsbedürftige Tuberkulose vorliegt muss jedoch in diesem Fall sorgfältig mit weiteren Untersuchungen abgeklärt werden. Dazu wird vor allem die Lunge – z. B. durch Röntgen oder Sputum-Abgabe (abgehustete Absonderung) – untersucht. In vielen Situationen, z. B. bei verdächtigen Beschwerden, kann es notwendig sein, die Lunge auch ohne Vorliegen eines positiven THT- oder IGRA-Ergebnisses zu untersuchen.
Wie wird eine Lungentuberkulose behandelt?
Ziel der Therapie einer Tuberkulose ist die Abtötung aller Tuberkulosebakterien, damit die Krankheit ausheilen kann. Die Behandlung dauert in der Regel 6 Monate und besteht aus einer Kombinationstherapie mit mehreren Antibiotika.
Selbst wenn sich der Patient oder die Patientin kurze Zeit nach Therapiebeginn bereits viel besser fühlt oder keine Bakterien mehr ausscheidet, ist es unbedingt erforderlich, die Medikamente konsequent, täglich und bis zum Ende der Therapiezeit einzunehmen! Eine zu kurze oder nicht regelmäßig eingenommene Therapie kann zu einem Rückfall führen, der oft schwerer zu behandeln ist.
Was ist eine latente tuberkulöse Infektion und wie kann sie behandelt werden?
Von einer latenten tuberkulösen Infektion spricht man, wenn zwar eine Infektion mit dem Tuberkulosebakterium stattgefunden hat, eine Erkrankung aber nicht ausgebrochen ist.
Dies ist bei einem positiven THT oder IGRA und Ausschluss einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose, z.B. durch ein normales Röntgenbild der Lunge, der Fall. Unter Umständen ist trotzdem eine sogenannte präventive Therapie notwendig. Dabei werden 1 bis 2 Tuberkulosemedikamente über einen Zeitraum von 3 bis 9 Monaten vorsorglich gegeben. Ob das der Fall ist, hängt davon ab, wie hoch das Risiko für die Kontaktperson ist, eine Tuberkulose zu entwickeln.
Bei Kindern unter fünf Jahren und Immungeschwächten ist das Risiko besonders hoch, so dass bei ausreichendem Kontakt zu einer Person mit ansteckungsfähiger Tuberkulose auch ohne positiven THT oder IGRA eine sogenannte prophylaktische Behandlung durchgeführt werden sollte. Die Entscheidung zu einer präventiven oder prophylaktischen Therapie ist von vielen Faktoren abhängig und sollte immer von ihrem behandelnden Arzt, von ihrer behandelnden Ärztin entschieden werden.
Wo kann ich mich selbst testen lassen?
Es ist nicht nötig, sich ohne konkretes Risiko testen zu lassen. Das Gesundheitsamt kontaktiert die Personen, bei denen Untersuchungen notwendig sind, z.B. Personen, die als Kontaktpersonen gemeldet wurden.
Wer trägt die Kosten für eine Therapie
Hat ein Betroffener ein positives Testergebnis und muss eine Behandlung durchgeführt werden, trägt die Krankenkasse die Kosten.
