Culex-Mücken und das West-Nil-Virus
Beschreibung
Das West-Nil-Virus (WNV) wird in Deutschland vor allem durch Culex-Mücken übertragen. Vögel sind die Hauptwirte, doch auch Menschen und Pferde können infiziert werden.

Culex pipiens (Gemeine Stechmücke)
Quelle: Foto von AfroBrazilian, lizensiert unter CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, über Wikimedia
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Culex_pipiens_04.JPG
FAQ
Was sind Culex-Mücken?
Culex-Mücken sind eine weltweit verbreitete Gattung von Stechmücken. Zur Gattung gehören mehrere hundert Arten, in Deutschland u.a. Culex pipiens (Gemeine Hausmücke). Sie sind in gemäßigten wie auch tropischen Regionen verbreitet und anpassungsfähig. Sie stechen vor allem in den Abend- und Nachtstunden.
Was ist das West-Nil-Virus und wie wird es übertragen?
Das West-Nil-Virus ist ein Virus aus der Familie der Flaviviren, zu der auch Dengue-, Gelbfieber- und FSME-Viren gehören. Es wird von Stechmücken übertragen, Vögel sind die Hauptwirte. Die Mücken stechen infizierte Wildvögel, das Virus vermehrt sich in der Mücke und die Mücke kann dann über einen weitern Stich das Virus an sogenannte Fehlwirte wie Menschen oder Pferde weitergeben.
Weitere Übertragungswege: Durch Organtransplantation, Bluttransfusion und Schwangerschaft.
Wo kommt das Virus vor?
Es kommt in unterschiedlichem Ausmaß auf allen Erdteilen vor. In Südeuropa kommt es schon lange saisonal im Sommer vor, besonders betroffen sind Italien, Griechenland, Frankreich und der Balkan, sowie Rumänien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Österreich und die Türkei.

Quelle: https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/images/20240725_WNF_HumanInfections_2012-2022.png
Wie ist die Situation in Deutschland?
In Deutschland treten seit einigen Jahren regelmäßig Fälle bei Vögeln, Pferden und auch beim Menschen auf. Die Infektionen traten überwiegend in Ostdeutschland auf.

Quelle: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus/
Wann besteht ein Risiko, sich mit dem West-Nil-Virus anzustecken?
Ein Risiko besteht vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten, wenn Stechmücken aktiv, sind. Besonders nach längeren Wärmeperioden können sich infizierte Mücken stärker vermehren. Menschen haben ein Risiko, wenn sie in Gebieten mit nachgewiesenem Virusvorkommen von Mücken gestochen werden.
Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?
- In etwa 80% der Fälle verläuft eine Infektion ohne Symptome. Rund 20% entwickeln milde Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Hautauschlag. Die Inkubationszeit beträgt 2-14 Tage. Jede 100. Erkrankung verläuft schwer mit Gehirn- oder Hirnhautentzündungen. Davon versterben ca. 5-10%, vor allem ältere oder immungeschwächte Personen.
- Bei Patienten mit Gehirnentzündungen bleiben ca. 50% mit Spätfolgen zurück.
- Erkrankte sind nicht ansteckend.
Gibt es eine Behandlung?
Nein, es gibt keine gezielte Behandlung, es können nur Krankheitszeichen wie Fieber behandelt werden.
Gibt es eine Impfung?
Für Menschen gibt es derzeit keine zugelassene Impfung.
Wie kann man sich schützen?
- Kleidung: Lange und helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt
- Verwendung von Mücken-abwehrenden Mitteln auf der Haut
- Behandlung der Kleider mit Mückenschutzmitteln
- Verwendung von Insektengittern an Fenstern und Türen sowie Verwendung von Moskitonetzen
Sind Blutprodukte in Deutschland vor dem West-Nil-Virus sicher?
Ja. In Deutschland werden alle Blutspenden in betroffenen Gebieten gezielt auf das West-Nil-Virus getestet.
Weiterführende Links:
- Informationen des Robert-Koch-Instituts: RKI - West-Nil-Fieber - West-Nil-Fieber im Überblick
- Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): West-Nil-Fieber
- Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit): West-Nil-Virus | Friedrich-Loeffler-Institut
- Informationen der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control): West Nile virus infection
- Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt 41/2018: Risiko autochthoner Infektionen: West-Nil-Virus in einheimischen Vögeln nachgewiesen – Deutsches Ärzteblatt
