Weg frei für neues Kreishaus: Kreistag beschließt Gebäudekauf


„Der Kauf des Kreishauses ist nicht nur für die Verwaltung ein wichtiges Signal. Er ist auch ein entscheidender Schritt für die künftige Ausrichtung des Kreises“, sagt Landrat Volker Knörr. „Wir kaufen nicht einfach ein neues Gebäude. Wir schaffen einen zentralen Ort für eine moderne, bürgernahe Verwaltung – und für die Menschen, die dort arbeiten.“

Als Anfang des Jahres das Aus für das geplante Mietmodell feststand, prüfte die Kreisverwaltung umgehend weitere Optionen. Bereits ein halbes Jahr später legte sie nun einen zukunftsfähigen Kaufplan für das Verwaltungsgebäude vor, der in den Kreisgremien auf breite Zustimmung stieß. „Die in das Projekt eingebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben damit in Rekordzeit eine tragfähige und attraktive Lösung erarbeitet“, sagt der Landrat. „Das ist eine außerordentliche Leistung, die nur durch großes Engagement und persönlichen Einsatz möglich war.“

Möglich wurde das auch durch das Sondervermögen von Bund und Land, das hierfür eingesetzt wird. 80,9 Millionen Euro wird der Kauf des neuen Kreishauses kosten. 38 Millionen davon werden durch die dem Kreis zustehenden Mittel aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan“ finanziert.

Nachhaltig und gut erreichbar

Das neue Kreishaus wird direkt in Bahnhofsnähe auf dem ehemaligen Gelände der Bereitschaftspolizei (Bepo) entstehen – und wird damit auf allen Verkehrswegen aus dem ganzen Kreis heraus bestens erreichbar sein. Gebaut wird es von der Firma Heberger Hoch-, Tief- und Ingenierbau GmbH. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Kreisverwaltung das Gebäude schlüsselfertig erwerben.

Rhein-Pfalz-Kreis/Heberger

Für das neue Kreishaus ist eine Netto-Raumfläche von 12.140 Quadratmetern auf bis zu sechs Geschossen sowie eine Teilunterkellerung vorgesehen. Für die notwendigen Parkplätze wird ein Parkhaus angemietet, das zeitgleich nördlich der Bahnschiene entstehen und durch eine ausgeleuchtete und barrierefreie Unterführung an das Kreishaus angebunden wird.

Die Kreisverwaltung legt bei dem neuen Gebäude großen Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Etwa bei der ausgeklügelten Temperaturregelung: Geothermie- sowie Luft-Wärmepumpen erzeugen Wärme und Kälte, die großflächig über die Decken in die Büro- und Besprechungsräume übertragen und dort einzeln reguliert werden können. Hierfür werden eine Geothermie-Anlage sowie weitere Heiz- und Kühlsysteme angelegt. Ein begrüntes und mit Photovoltaik-Anlage ausgestattetes Dach rundet die nachhaltige Planung ab.

Das Gebäude erfüllt damit die KfW-Anforderungen für einen klimafreundlichen Neubau mit Qualitätssiegel nachhaltiges Bauen. Eine maximale Fördersumme von einer Million Euro wurde bereits bewilligt.

Hintergrund:

Bereits seit rund 13 Jahren befasst sich die Kreisverwaltung mit der Zukunft ihre Verwaltungssitzes. Denn das aktuelle Kreishaus in Ludwigshafen ist nicht nur sanierungsbedürftig, es ist mittlerweile auch zu klein für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Das Gesundheitsamt sowie die Führerschein- und KFZ-Zulassungsstellen wurden bereits ausgelagert.

Nach umfassenden Wirtschaftlichkeits- und Standortanalysen sowie der Tatsache, dass der Verwaltungssitz des Kreises sich mindestens in einem Mittelzentrum befinden muss, wurde Schifferstadt als neuer Standort für die Kreisverwaltung ins Auge gefasst. Hierfür war auch der Erlass einer entsprechenden Rechtsverordnung in Mainz nötig, die 2025 erfolgte.

Zunächst sollte die Kreisverwaltung ihre Büroräume in einem fertigen Verwaltungsgebäude auf dem ehemaligen Bepo-Gelände in Schifferstadt anmieten. Da sich für dieses Modell aber kein Investor fand, hat die Kreisverwaltung nun mit dem Kauf eines schlüsselfertigen Verwaltungsgebäudes eine tragfähige und zukunftssichere Alternative entwickelt.